Testschlüssel

From FloraWiki - das Wiki zur Schweizer Flora
Revision as of 15:31, 18 May 2016 by Andreas Plank (Talk | contribs) (nur benannte Parameter)

Jump to: navigation, search
Lamium, einschließlich Goldnessel (syn. Galeobdolon) (Taubnessel, Bienensaug, Lamiaceae)
Icon of the key
Geographic Scope: Deutschland und Alpenländer — Source: Schlüssel modifiziert nach Rothmaler (zunächst Schubert & Vent (1982), später Jäger & Werner (2005)), Oberdorfer (1983) und Schmeil-Fitschen (1988). Goldnesseln nach Schönfelder & Wegmüller (1974); verwendet mit Erlaubnis von Prof. P. Schönfelder. — Collaboration: open — Status: Erstfassung beendetContributors: G. Hagedorn
1
Blütenkrone weiß oder schwach gelblichweiß, Unterlippe ohne rötliche Zeichnung, Schlund mit olivfarbenen Flecken 
Lamium album – Weiße Taubnessel
Krone 20-25 mm lang, Kronröhre aufwärts gebogen, innen über dem Grund mit schrägem Haarring. Staubbeutel behaart. Tragblätter der Scheinquirle 2-3-mal so lang wie breit. Blätter lang, scharf gesägt, deutlich brennnesselartig. 20-50 cm. Blüte April-August..
Ruderale Staudengesellschaften, Schuttplätze, Säume, Gebüsche; gemein.
;
Nitrophil.
Blüte (mit gebogener Röhre)
Blüte (mit gebogener Röhre)
Tafel aus Deutschlands Flora, 1796
Tafel aus Deutschlands Flora, 1796
Habitus
Habitus
Blatt
Blatt
Blüte weiß oder schwach gelblichweiß
1
Blütenkrone blassgelb bis goldgelb, Unterlippe mit rötlicher Zeichnung (Goldnesseln)   ► 7
blassgelbe bis goldgelbe Blüte
1’’
Blütenkrone purpurn oder rosa (sehr selten einzelne Pflanzen reinweiß, dann Schlund ohne Flecken)   ► 2
Blüte purpurn oder rosa
2 (1)
Staubbeutel kahl, Pflanze groß (0,4-1 m) und großblütig (Krone 25-35 mm), Schluchtwälder in den Alpen, selten 
Lamium orvala – Großblütige Taubnessel
Blütenkrone schmutzig- bis karminrot, 25-35 mm lang, Kronröhre gerade, Oberlippe außen weiß zottig behaart; Blätter bis 10 cm lang gestielt und mit bis zu 15 cm langer Spreite. Pflanze 0,4-1 m, Blüte April-September..
Schluchtwälder, selten. Nord-Italien, NW-Balkan; im Gebiet des Schmeil-Fitschens: „nur am Paß Lueg (Salzburg)“.
Blüten
Blüten
Blüten
Blüten
Habitus im Loibltal
Habitus im Loibltal
Habitus
Habitus
2
Staubbeutel bärtig behaart, Pflanze kleiner   ► 3
3 (2)
Kronröhre aufwärts gebogen, Krone 20-30 mm, Blätter bis 8 cm lang 
Lamium maculatum – Gefleckte Taubnessel
Kronröhre innen mit waagerechtem Haarring, Krone purpurn (selten weiß), mit dunkel gefleckter Unterlippe. Tragblätter der Blüten-Scheinquirle 1-2-mal so lang wie breit. Blätter bis 4 cm lang gestielt und mit bis zu 8 cm langer Spreite. Pflanze 15-60 cm. Blüte April-September..
Frische bis feuchte Ruderalstellen und Gräben, Gebüsche, Säume, Laubmischwälder, Hochstaudenfluren bis 2000 m; meist verbreitet, im Norden selten.
Blütenstand
Blütenstand
Blüte
Blüte
Habitus
Habitus
Blüten fast weiß (selten)
Blüten fast weiß (selten)
Blütenstand
Blütenstand
Blüten
Blüten
Blüte
3
Kronröhre gerade, Krone kleiner, 10-20 (-23) mm, Blätter < 3 cm lang   ► 4
4 (3)
Tragblätter der Blüten-Scheinquirle alle sitzend mit herzförmigem Grund halbstängelumfassend, rundlich bis nierenförmig, oft breiter als lang; Scheinquirle vertikal überwiegend entfernt (oberste auch gedrängt) 
Lamium amplexicaule – Stängelumfassende Taubnessel
Kelch abstehend behaart, zur Blütezeit 5-7 mm lang, Zähne etwa so lang wie die Röhre. Krone oft knospenartig geschlossen bleibend, geöffnete Krone 14-22 mm, Röhre ohne Haarring. Pflanze 20-30 cm. Blüte April-August..
Sandige bis lehmige Äcker, Gärten, Weinberge, mäßig frische Ruderalstellen wie Wegränder oder Schuttstellen. Alle Bundesländer verbreitet, Alpen und Alpenvorland und NW-Niedersachsen zerstreut, Mitteldeutsches Trockengebiet gemein.
Blütenstand
Blütenstand
Halbstängelumfassenden Blätter
Halbstängelumfassenden Blätter
Pflanze
Pflanze
Habitus
Habitus
Blüten
Blüten
Habitus mit halbstängelumfassenden Blättern
Habitus mit halbstängelumfassenden Blättern
Habitus mit halbstängelumfassenden Blättern
4
Tragblätter überwiegend kurz gestielt, obere teilweise sitzend aber nicht halbstängelumfassend; Scheinquirle überwiegend dicht gedrängt   ►► 5
Artengruppe Lamium purpureum-Aggregat
5 (4)
Geöffnete Blütenkrone 16-23 mm, Mittelzipfel der Unterlippe 3-4 mm lang; Kelch zur Blütezeit 8-12 mm lang, Kelchzähne länger als die Röhre 
Lamium confertum – Mittlere Taubnessel
(= Lamium moluccellifolium , auct. Fr. et mult.; Lamium intermedium Fr.)
Spreite der Tragblätter rundlich-dreieckig, mit schwach nierenförmigem oder gestutzem Grund, grob gekerbt oder ungleich gelappt. Pflanze 20-40 cm. Blüte April-September.
Äcker, zerstreut in Schleswig-Holstein, selten im Rheinland, Hessen, nördlichen Sachen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen und Mecklenburg.
5
Geöffnete Blütenkrone 11-20 mm, Mittelzipfel der Unterlippe 1,5-2,5 mm lang; Kelch 5-10 mm, Kelchzähne höchstens so lang wie die Röhre   ► 6
6 (5)
Spreite der Tragblätter herzförmig bis länglich eiförmig, 1-2-mal so lang wie breit, am Rand regelmäßig gekerbt bis gesägt, die Randzähne dabei deutlich breiter als lang; Blütenkrone innen nahe dem Grund mit deutlichem Haarring, Oberlippe 4-6 mm lang 
Lamium purpureum – Purpurrote Taubnessel
Blütenkrone 10-20 mm lang. Pflanze 10-40 cm. Blüte März-Oktober..
Sandige bis lehmige Äcker, frische Ruderalstellen (Wegränder, Schutt), Gärten, Weinberge. Alle Bundesländer gemein, Alpen und Alpenvorland zerstreut.
Blüten
Blüten
Infloreszenz
Infloreszenz
Habitus
Habitus
Habitus
Habitus
Blätter gekerbt bis gesägt
Blätter gekerbt bis gesägt
Blätter gekerbt bis gesägt
6
Spreite der Tragblätter unregelmäßig tief eingeschnitten bis gelappt, Zipfel meist länger als breit, Spreite dreieckig bis eiförmig, etwa so lang wie breit, gezähnt, Blütenkrone innen nahe dem Grund ohne oder mit undeutlichem Haarring, Oberlippe 3-4 mm lang 
Lamium purpureum var. incisum – Eingeschnittene Taubnessel, Schlitzblatt- oder Bastard-Taubnessel
(= Lamium hybridum (n. Wisskirchen/BiolFlor, Schmeil-Fitschen, Rothmaler 2005); Lamium incisum (Rothmaler 1982))
Blütenkrone 10-15 mm lang. Pflanze 10-30 cm. Blüte März-Oktober..
Sandige bis lehmige Äcker, frische Ruderalstellen (Wegränder, Bahnanlagen), Gärten, Weinberge. Verbreitet in Mittel- und Ost-Westfalen, zerstreut im Rheinland, übrigen Westfalen, Hessen, Niedersachsen, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, selten in Bayern (Landshut) und Baden-Württemberg, (unvollständig, Rothmaler schwer interpretierbar für Sachsen etc.)
Habitus
Habitus
Blüten
Blüten
Blüten
Goldnesseln (syn. „Galeobdolon“ oder „Lamiastrum“)
7 (1)
Pflanzen mit auffällig silbrig gefleckten Blättern 
Lamium argentatum – Silber-Goldnessel
Verwilderte Zierpflanze, oft in großen Herden an Wald- und Wegrändern.
;
Bestimmungshinweise zur Abgrenzung von Lamium argentatum und Lamium galeobdolon in Loos (1997: 45), Henker (1992: 24f) und Smejkal (1975: 244); zitiert nach Christensen (2005):
  • L. argentatum: auf den Blättern meist zwei ± durchgehende, zickzackartig angeordnete silberfarbene Bänder die einen dunkelgrünen bis braungrünen Streifen beiderseits des Hauptnervs freilassen; Ausläufer bis 100 cm lang; Ausläuferblätter bis 8 × 6 cm breit; Blüten- und Fruchtstängel deutlich querrunzelig-gerippt.
  • Lamium galeobdolon: höchstens einzelne, über die Blattoberseite verteilte silberne Flecken, die auch bis an den Mittelnerv reichen können; Ausläufer bis 40 cm lang; Ausläuferblätter bis 4 × 3,5 cm breit; Blüten- und Fruchtstängel glatt.
Typische Blattzeichnung
Typische Blattzeichnung
Habitus mit typischer Blattzeichnung
Habitus mit typischer Blattzeichnung
Typische Blattzeichnung
7
Blätter höchstens schwach silbrig, Waldpflanze.   ► 8
8
Stängel an der Basis hauptsächlich auf den Kanten behaart, Zahl der Blüten je Halbquirl meist 3. 
Lamium galeobdolon – Gewöhnliche Goldnessel
(= Lamiastrum galeobdolon (L.) Ehrend. & Polatschek)
(Verbreitungsangaben sind noch nachzutragen)
Blüte
Blüte
Habitus
Habitus
Tafel aus Deutschlands Flora, 1796
Tafel aus Deutschlands Flora, 1796
Aus Schönfelder & Wegmüller (1974)
8
Stängel an der Basis ringsum ± behaart, Zahl der Blüten je Halbquirl meist 4–7, Längen : Breiten-Verhältnis der oberen Tragblätter größer als 2 : 1.   ► 9
9
Ausläufer vorhanden, Blüten groß (17-25 mm), kräftig-gelb, Stängel unverzweigt, seltener mit blattachselständigen, sterilen Ausläufertrieben. 
Lamium montanum – Berg-Goldnessel
(Verbreitungsangaben sind noch nachzutragen)
Aus Schönfelder & Wegmüller (1974)
9
Ausläufer fehlend, Stängel häufig mit blütentragenden Seitentrieben, Blüten kleiner (12-18 mm), blassgelb, nur Alpen und Vorland. 
Lamium flavidum – Blassgelbe Goldnessel
(Verbreitungsangaben sind noch nachzutragen)
Aus Schönfelder & Wegmüller (1974)

Lamium endtmanii G. H. Loos, Endtmanns Goldnessel, 1997 von G. H. Loos als in in den Merkmalen zwischen L. galeobdolon und L. montanum stehend beschrieben, wird aufgrund der Arbeit von Rosenbaumová et al. (2004) zur Zeit nicht ausgeschlüsselt.

Literatur

Christensen, E. 2005: Exkursion vom 11. September 2004 in Rehburg. In: Rundbrief zur botanischen Erfassung des Kreises Plön (Nord-Teil). Bd. 14, Nr. 1, S. 3-6 (http://www.flora-kreis-ploen.de/docs/Rbr2005-1.pdf, abgerufen am 16. September 2010).
Henker, H. 1992: Floristischer Jubiläums-Cocktail (2.Teil – Fortsetzung und Schluß). In: Botanischer Rundbrief für Mecklenburg-Vorpommern. Bd. 24, S. 21-30.
Jäger, E. J. & Werner, K. (Hrsg.) 2005: Exkursionsflora von Deutschland. ─ Kritischer Band. 10. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg (Begründet von Werner Rothmaler).
Loos, G. H. 1997: Zur Taxonomie der Goldnesseln (Lamium L. subgenus Galeobdolon (Adans.) Aschers). In: Floristische Rundbriefe (Bochum). Bd. 31, Nr. 1, S. 39-50 (Merkmale: Stängel ringsum behaart, oben aber an den Kanten dichter, mit sterilen Ausläufern, diese aber absterbend. Blüten zu 4–7 je Halbquirl).
Oberdorfer, E. 1983: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer, Stuttgart.
Rosenbaumová, R., Plačková, I. & Suda, J. 2004: Variation in Lamium subg. Galeobdolon (Lamiaceae) – insights from ploidy levels, morphology and isozymes. In: Plant Systematics and Evolution. Bd. 244, S. 219–244, doi:10.1007/s00606-003-0071-5.
Schmeil, O. & Fitschen, J.; W. Rauh &  K. Senghas (Hrsg.) 1988: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. 88. Auflage. Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim.
Schubert, R. & Vent, W. (Hrsg.) 1982: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und BRD. ─ Kritischer Band. Bd. 4 (Begründet von Werner Rothmaler).
Schönfelder, P. & Wegmüller, S. 1974: Zur Unterscheidung und Verbreitung der Sippen von Lamiastrum galeobdolon agg. in Süddeutschland. In: Gött. Flor. Rundbr. Bd. 8, Nr. 1, S. 24-34 (bayernflora.de, abgerufen am 26. August 2010).
Smejkal, M. 1975: Galeobdolon argentatum sp. nova, ein neuer Vertreter der Kollektivart Galeobdolon luteum (Lamiaceae). In: Preslia. Bd. 47, S. 241-248 (Prag).