Difference between revisions of "Characeae"

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'''Schlüssel zu den Gattungen der Characeen der Schweiz'''
 
 
'''Alle vier in der Schweiz vorkommenden Gattungen sind im Feld einfach zu erkennen. Ausserdem ist die Gattung '' Nitellopsis'' nur mit einer Art vertreten: ''Nitellopsis obtusa''
 
 
 
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| title=Schlüssel der Gattung Nitella
 
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| 2=Pflanze ohne Rinde (Lupe 10- bis 20-fach) und ohne Bulbillen; geschmeidig; glänzend-durchscheinend, wenn nicht mit Lehm oder Kalzit verkrustet oder ringförmig verkalkt; oft auch weiss gestreift (ringförmige Verkrustungen). Astquirle mehr oder weniger komplex ausgebildet (gabelig oder 2- bis 3-fach verzweigt) und wenn aus dem Wasser gehoben, das Wasser schwammartig zurückhaltend; die Köpfchen sind manchmal mit einer Schleimhülle überzogen (gelatinös).  
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| 2=Äste mit einzelligem Endglied (ohne winzige Endzelle); einfache Äste, aber allgemein nur einmal mit 2-3 Endstrahlen geteilt. <font size=3><u>Arten dieser Gruppe können nur anhand fertiler Individuen unterschieden werden.</u></font> <b>Nitella anarthrodactylata</b>
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| 2=Pflanze mit Rinde (längsgestreift durch nebeneinanderliegende Zellstränge); nie glänzend; ähnlich Schachtelhalmen (einfache Astquirle); entweder ohne Bulbillen oder mit kugeligen Bulbillen.
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| 2=Unberindete Pflanze (völlig «glatt»); anders gestaltet oder mit sternförmigen Bulbillen.
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| remarks=Zu dieser Gruppe gehören zwei Arten, darunter die in der Schweiz sehr seltene ''N. flexilis''.
 
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| 2=Nicht sehr grosse Pflanze (höchstens 50 cm); relativ zierlich (dünne Hauptachse: Ø 0,3-1 mm); kräftig grün; Äste ineinander verwickelt, was die Quirle an der Pflanze wie zottelige kleine Knäuel aussehen lässt; trägt nie Bulbillen.
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| 2=Äste alle gegabelt; Frühjahrspflanze; in neutralen bis leicht sauren Gewässern. In letzter Zeit ist diese Art in der Schweiz nicht mehr beobachtet worden.
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| 2=Eher grössere Pflanze (bis 2 m hoch); kräftig (dicke Hauptachse: Ø 1-1.6 mm); milchig graugrün bis bräunlich; mit langfädigen, steifen, nicht verwickelten Ästen mit 1 oder 2 Blättchen an den untersten Knoten, ̶  einer ''Nitella'' täuschend ähnlich; an der Pflanzenbasis oft mit sternförmigen Bulbillen versehen.
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| 2=Äste bei weiblichen Individuen unverzweigt; Sommer- und Herbstpflanze; in neutralen bis basischen Gewässern mit mittlerem bis hohem Kalkgehalt.
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| 2=Diözische Pflanze; Äste mehrheitlich gegabelt und an fertilen Astquirlen regelmässig heteromorph; Antheridien deutlich sichtbar, leuchtend orange, mit darum herum verwickelten Tragästen.
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| remarks=''N. flexilis'' ist sehr polymorph, schwer von ''N. opaca'' zu unterscheiden. Das einzige sichere Merkmal dieser Art ist die Einhäusigkeit
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| 2=Quirle mit einfachen, gleich langen Ästen, manchmal von Schleim umhüllt.
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| 2=Kranz aus kürzeren Ästen an der Basis jedes Quirls; Schleimhülle über den jüngeren Pflanzenteilen; Habitus perlschnurartig.
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| remarks=Verwechslungsmöglichkeit mit ''N. tenuissima'', diese jedoch ohne zusätzliche kurze Äste in den Quirlen. Zudem unterscheiden sie sich durch die Struktur der Oosporenhülle: Schwammstruktur bei ''N. hyalina'' (Oospore verfärbt sich gold-perlmuttartig beim Trocknen), keine bei ''N. tenuissima'' (Oospore behält ihre Farbe beim Trocknen). Ausserdem gibt es keine rezenten Beobachtungen von ''N. hyalina'' in der Schweiz.
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| 2=Kräftige Pflanze (dicke Hauptachse Ø 0,5-1 mm); stets dunkelgrün; sterile Äste können 3-4 cm lang werden, während fruchtbare Äste kleine kompakte Köpfchen bilden können; reife Oosporen verfärben sich nicht beim Trocknen.
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Revision as of 12:46, 16 March 2018

Schlüssel der Gattung Nitella
By: Aurélie Boissezon; Dominique Auderset Joye
Geographic Scope: Schweiz — Collaboration limited to: hepia ; Info FloraContributors: Arno Schwarzer; Lionel Sager; Adrian Möhl
1
Äste mit einzelligem Endglied (ohne winzige Endzelle); einfache Äste, aber allgemein nur einmal mit 2-3 Endstrahlen geteilt. Arten dieser Gruppe können nur anhand fertiler Individuen unterschieden werden. Nitella anarthrodactylata   ► 2
Anarthodactylées1.jpg
Äste mit mehrzelligem Endglied (mit einer winzigen Endzelle); Äste allgemein 2- bis 3-mal geteilt (sterile können einfach geteilt sein). Arten dieser Gruppe können nur anhand fertiler Individuen unterschieden werden. Nitella arthrodactylata   ► 5
Arthrodactylées.JPG
2 (1)
Äste mit Schleimhülle; zweihäusige Pflanze.   ► 3
N. capillaris und N. syncarpa sind sich sehr ähnlich. Nur N. syncarpa konnte in der Schweiz rezent nachgewiesen werden.
Äste ohne Schleimhülle; zwei- oder einhäusige Pflanze.   ► 4
Zu dieser Gruppe gehören zwei Arten, darunter die in der Schweiz sehr seltene N. flexilis.
3 (2)
Äste alle gegabelt; Frühjahrspflanze; in neutralen bis leicht sauren Gewässern. In letzter Zeit ist diese Art in der Schweiz nicht mehr beobachtet worden. 
Nitella capillaris
Äste bei weiblichen Individuen unverzweigt; Sommer- und Herbstpflanze; in neutralen bis basischen Gewässern mit mittlerem bis hohem Kalkgehalt. 
Nitella syncarpa
4 (2)
Diözische Pflanze; Äste mehrheitlich gegabelt und an fertilen Astquirlen regelmässig heteromorph; Antheridien deutlich sichtbar, leuchtend orange, mit darum herum verwickelten Tragästen. 
Nitella opaca
Monözische Pflanze, aber mit ausgeprägter Protandrie (an mehreren Individuen prüfen); alle Äste ähnlich, 2- oder 3-strahlig geteilt und gewöhnlich ausgebreitet; Antheridien unscheinbar, gelblich bis grünlich-braun. 
Nitella flexilis
N. flexilis ist sehr polymorph, schwer von N. opaca zu unterscheiden. Das einzige sichere Merkmal dieser Art ist die Einhäusigkeit
5 (1)
Quirle mit einfachen, gleich langen Ästen, manchmal von Schleim umhüllt.   ► 6
Kranz aus kürzeren Ästen an der Basis jedes Quirls; Schleimhülle über den jüngeren Pflanzenteilen; Habitus perlschnurartig. 
Nitella hyalina
Verwechslungsmöglichkeit mit N. tenuissima, diese jedoch ohne zusätzliche kurze Äste in den Quirlen. Zudem unterscheiden sie sich durch die Struktur der Oosporenhülle: Schwammstruktur bei N. hyalina (Oospore verfärbt sich gold-perlmuttartig beim Trocknen), keine bei N. tenuissima (Oospore behält ihre Farbe beim Trocknen). Ausserdem gibt es keine rezenten Beobachtungen von N. hyalina in der Schweiz.
6 (5)
Stark glänzende Pflanze, da kaum mit Lehm und Kalzit verkrustet; Quirläste gewöhnlich ausgebreitet, niemals von Schleim umhüllt.   ► 7
Für gewöhnlich kaum glänzende Pflanze, da mit Lehm und Kalzit verkrustet; Quirläste eng zusammengedrängt, manchmal von Schleim umhüllt.   ► 8
7 (6)
Kräftige Pflanze (dicke Hauptachse Ø 0,5-1 mm); stets dunkelgrün; sterile Äste können 3-4 cm lang werden, während fruchtbare Äste kleine kompakte Köpfchen bilden können; reife Oosporen verfärben sich nicht beim Trocknen. 
Nitella mucronata
Zierliche Pflanze (dünne Hauptachse Ø < 0,5 mm); meistens gelblich-hellgrün; Fruchtkörper erscheinen fluoreszierend; Äste alle ähnlich und nicht länger als 1,5 cm; hellbraune reife Oosporen verfärben sich zu Gold bis Perlmutt beim Trocknen. 
Nitella gracilis
Verwechslungsmöglichkeit mit N. hyalina, die man am Kranz aus kürzeren Ästen an der Basis jedes Quirls erkennt.
8 (6)
Pflanze mittelgross bis gross (H = 10-20 (60) cm); Quirle in langen Abständen ergeben eine perlschnurartige Wuchsform (monoliform); reife rotbraune Oosporen verfärben sich nicht beim Trocknen. 
Nitella tenuissima
Verwechslungsmöglichkeit mit N. hyalina, - kräftigere Pflanze, die man am Kranz aus kürzeren Ästen an der Basis jedes Quirls erkennt.
Sehr kleine Pflanze (H < 5 cm); Astquirle in kurzen Abständen, was der Pflanze eine gedrungene Gestalt verleiht (Aussehen wie Turionen des Wasserschlauchs); reife rotbraune Oosporen verfärben sich gold-perlmuttartig beim Trocknen. Seltene Art in der Schweiz. 
Nitella confervacea